04.03.26 –
Von der Ungleichheit der Löhne über Partnerschaftsgewalt bis zur ungleich verteilten Sorgearbeit: Die Gleichberechtigung zwischen Frauen und Männern ist noch lange nicht erreicht und das macht uns wütend. Zum diesjährigen Frauentag am 8. März stellen wir die weibliche Wut in den Mittelpunkt.
Frauen verdienten 2025 noch 16% weniger als Männer. Dafür leisten sie im Schnitt 43 % mehr Sorgearbeit als Männer – unbezahlt und oft ungesehen. Der Frauenanteil im Deutschen Bundestag ist letztes Jahr sogar gesunken. Täglich wird eine Frau Opfer von Partnerschaftsgewalt. Wenn der Heimweg zur Mutprobe wird, weil der Übergriff von einem Mann immer mitgedacht werden muss. Und wenn andere über unseren Körper hinweg diskutieren – und unsere Schmerzen als „typisch weiblich“ abtun. Wenn Sprüche, Blicke und vermeintliche Witze den Alltag durchziehen – ja, wenn all das Alltag ist, dann ist es vor allen Dingen das: Eine noch nicht genug ausgesprochene Ungerechtigkeit.
Wütend sein ist ein männliches Privileg
Das macht uns wütend. Gleichzeitig gilt: Wut zu zeigen, ist ein männliches Privileg. Unsere Gesellschaft schreibt ganz genau vor, wer unter welchen Umständen Wut formulieren darf und welcher Ausdruck von Wut legitim ist: Wütende Männer sind stark und durchsetzungsfähig – wütende Frauen sind hysterisch und angeblich echte Drama Queens. Oft wird wütenden Frauen unterstellt, sie seien hormongesteuert. Zornige Frauen gelten als inkompetent und werden nicht ernst genommen. Statt auf Inhalte zu hören, wird ihr Ton kritisiert und ihr Anliegen relativiert. Diese Abwertung erleben queere Menschen und BIPoCs oft besonders stark.
Ungleichheit ist kein Gefühl, sondern ein System
Weibliche Wut ist das Gefühl, das Frauen empfinden, wenn sie mit systemischer Ungerechtigkeit konfrontiert werden. Sie ist das Produkt des patriarchalen Systems, das Frauen immer noch unterdrückt. Alle Frauen teilen sie – und machen Wut damit zum Kollektiv-Moment: Wut wird zur transformativen Kraft zu mehr Selbstbestimmung und weiblicher Selbstermächtigung. Wir wollen diese kollektive Wut in unseren Antrieb umwandeln. Wütende Frauen, die sich zusammentun, können nicht mehr als hysterische Einzelfälle ignoriert werden. Nur gemeinsam verändern wir die herrschenden Verhältnisse – und dazu laden wir ausdrücklich alle Männer ein. An diesem 8. März machen wir alle gemeinsam die Kraft der Wut sichtbar.
Grüne Forderungen zur Verwirklichung echter Gleichberechtigung
Vereinbarkeit von Familie und Beruf
flexible Arbeitszeiten
Elternzeit reformieren
verlässliche Kinderbetreuung
Gerechte Verteilung von Sorgearbeit zwischen den Geschlechtern
Gleichberechtigte Erwerbsbeteiligung von Frauen
Reform des Ehegattensplittings: individuelle Besteuerung mit übertragbarem Grundfreibetrag
Gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit
Transparenz über Lohngefälle
Mutterschaftsgeld für Selbstständige
Gewaltschutz
elektronische Fußfessel möglich machen
Betroffene bei Partnerschaftsgewalt, häuslicher und geschlechtsspezifischer und ihre Kinder sollen einen Rechtsanspruch auf Schutz und Beratung erhalten
Notfallversorgung für Opfer von Vergewaltigung
Gewaltbetroffene Frauen, deren Aufenthaltsstatus vom Partner abhängt, sollen einen eigenständigen
Aufenthaltstitel erhalten können
Selbstbestimmung
Frauenquoten in Aufsichtsräten und Vorständen großer Unternehmen und ein Paritätsgesetz zur Wahl des Bundestages
Entkriminalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen
Kostenfreie ärztlich verordnete Verhütungsmittel
Geschlechtergerechtes Gesundheitssystem
Jeden 3. Samstag von 10 bis 12 Uhr im GRÜNEN Büro, Haferstr. 5. Wir freuen uns auf den Austausch mit euch!
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